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»Das Bootshaus«

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Ein Stück von Enno Podehl/Theater Im Wind

Ein kleiner Junge und sein großer Bruder werden von ihrer Mutter zu einem Bootshaus gebracht, weil es in der Stadt zu gefährlich geworden ist. Frida, eine junge Frau, kümmert sich um sie. Zunächst erscheint ihnen das Leben am See – im Schilf und am Wasser – als Abenteuer. Doch letztendlich kann auch die Abgelegenheit sie nicht vor dem näher rückenden Krieg schützen. Sie hören die Schüsse, erleben Bilder der Zerstörung und finden einen Verwundeten… Vom schwankenden Schilf verdeckt begleitet Charon die Kinder. In seinem Boot stakend zieht er die horizontale Linie zwischen Leben und Tod.

Aus dem mit hohen Schilfstangen gefüllten Bühnenraum lösen sich immer wieder Erzählpassagen, Bilder und Spielszenen heraus, die von einer atmosphärischen Klangwelt getragen werden. Die Spieler agieren im Rücken der Figuren und sind so teilnehmende Begleiter des Geschehens. Auf diese Weise entfaltet sich eine vielschichtige Parabel über das Leben von Kindern im Krieg.

»Das Bootshaus« wurde in einer Koproduktion mit dem mit dem Nordland Visual Theatre in Stamsund/Norwegen entwickelt, wo im Rahmen des Stamsund International Theatrefestival 2011 die Premiere stattfand. Nach einer Publikums-Umfrage der örtlichen Zeitung wurde »Das Bootshaus« zu den drei sehenswertesten Aufführungen des Festivals gewählt. Auch auf dem International Puppet Festival Ireland wurde es mit großem Erfolg aufgeführt.

Dauer: ca. 60min
Szenographie und Spiel: Mirjam Hesse, Enno Podehl
Musik: Stefan Mertin
Regie: Frank Soehnle

»Unzählige hohe weiße Schilfhalme wiegen sich in der Bühne, werden zu immer neuen Uferlandschaften verschoben. Das dabei aus immer wieder anderen, unerwarteten Winkeln einfallende scharfe Licht trägt zu faszinierenden Perspektiven bei. [...] Der Jüngere (Bruder) versucht stockend das Grauen zu formulieren, so wie er es begreifen kann. So bleibt die Sprache, Enno Podehls Stimme, sparsam, integriert sich in den Klang der Inszenierung.

Mit (der ) atmosphärischen Musik (des Film-und Theatermusikers Stefan Mertin), den Geräuschen der Schilfhalme und dem Geräusch des Laufens der nackten, gleichsam im Wasser watenden oder durchs Schilf schleichenden Füße [...] gelingt es in dieser Inszenierung, Stille zu komponieren – eine Komposition, die mit der Ruhe des immer wieder durch die Bühne lautlos stakenden Charon bildnerisch erweitert wird. [...] Die Bilder und Klänge der fremden Stille bleiben mit uns zurück.«
(Silke Technau, in: "Das andere Theater", Nr. 81)

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